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Kaleb Erdmann_(c)Jakob Kielgaß

Die Vermessung des Unsagbaren

stieglerhaus literatur Am 10. Juni 2026, dem ersten Jahrestag der Ereignisse am BORG Dreierschützengasse in Graz, liest Kaleb Erdmann im Stieglerhaus aus seinem Roman Die Ausweichschule, der 2025 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand.

Der Roman nimmt seinen Ausgang beim Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium im Jahr 2002. Der Erzähler erlebt diesen Tag als elfjähriger Schüler, wird mit seiner Klasse aus der Schule evakuiert und beobachtet in den Wochen danach vor allem die Sprachlosigkeit angesichts einer Tat, die jedes Verstehen übersteigt.

Mehr als zwanzig Jahre später kehrt die Erinnerung daran zurück und löst eine intensive Auseinandersetzung aus: Darf man über ein solches Ereignis schreiben? Wem gehört die Erinnerung? Und wie lässt sich das Unsagbare überhaupt in Sprache fassen, ohne dabei in Pathos, Sensationslust oder falsche Eindeutigkeit zu verfallen?

Die Ausweichschule ist ein ebenso persönlicher wie selbstkritischer Text über Erinnerung, Verantwortung und die Möglichkeiten der Literatur und Kunst im Allgemeinen. Erdmann nähert sich seinem Thema tastend und reflektierend, sucht nach der Form des Schreibens über das Schreiben – immer im Bewusstsein der Gefahr, dass jede Darstellung von Gewalt zwischen notwendiger Aufarbeitung und voyeuristischem Interesse oszilliert oder gar eine Faszination für das Brutale bedient.

Die Lesung versteht sich nicht als unmittelbare Aufarbeitung eines noch lange offenen Traumas, sondern als behutsame Annäherung „über Bande“ – über Literatur, Erinnerung und das Nachdenken darüber, wie Gesellschaft mit solchen Erfahrungen umgeht.

 

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Cover Die Ausweichschule

Über Kaleb Erdmann

Kaleb Erdmann wurde 1991 in Witten an der Ruhr geboren und ist im Ruhrgebiet, in Bayreuth, Erfurt und München aufgewachsen. Heute ist er Autor und Dramatiker.

Er be­suchte am Deutschen Literatu­rinstitut Leipzig den Studiengang Literarisches Schreiben, wurde 2020 für den Retzhofer Dramapreis nominiert und war im Jahr 2021 Finalist des open mike – Wettbewerb für junge Literatur.

Von 2019 bis 2023 war er Autor für verschiedene Fernseh- und Unterhaltungsformate, etwa Till Reiners‘ Happy Hour.

Sein Debütroman wir sind pioniere erschien im Februar 2024 im Ullstein-Verlag, wurde mit dem Debütpreis der lit.COLOGNE ausgezeichnet und gelangte auf die Shortlist des Ulla-Hahn-Preises.

Er erhielt das Arbeitsstipendium der Landeshauptstadt Düsseldorf, das Residenzstipendium im Künstlerdorf Schöppingen und das Arbeitsstipendium der Kunststiftung NRW.

Für das Berliner Ensemble schrieb er 2025 das Stück Always Carrey On über den Schauspieler Jim Carrey.

Sein zweiter Roman Die Ausweichschule erschien im Sommer 2025, ebenfalls bei Ullstein, stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und wurde mit dem Förderpreis des Bremer Literaturpreises ausgezeichnet. Im November desselben Jahres erhielt er den Literaturförderpeis der Landeshauptstadt Düsseldorf.

2026 erhielt er für sein Stück Debritz den Kleist-Förderpreis für junge Dramatik. Uraufgeführt wird Debritz im Juni 2026 unter der Regie von Brit Bartkowiak am Badischen Staatstheater Karlsruhe.

Foto: © Jakob Kielgaß

 

Eintritt: Euro 10,00

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Lesung "Die Ausweichschule"

Ticket-Reservierung - Eintritt Euro 10,00
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Veranstaltungsort

  • Stieglerhaus
  • St. Stefan ob Stainz 14, 8511 St. Stefan ob Stainz Österreich
  • Telefon +43 3463 81 0 50

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Eintritt:
Euro 10,00